Wie ich zum Stricken kam …

Stricken gilt ja weit verbreitet als DAS  Omahobby schlechthin. Mit Gestricktem verbindet man kratzige Pullis in Farben wie neongrün, die weder gestern in waren noch jemals in sein werden oder Kinder in Pullover deren Frontmotive Psychoaugen haben. Außerdem werden aus den Pullovern im Laufe des Tages Säcke, talliert kennt man in diesen Fachkreisen nicht und die Muster müssen kurz nach der Invasion der Römer in Europa entstanden sein.
Um jedes Klischee zu erfüllen, werden dann noch Socken gestrickt, die ewig zu warm sind. In Sneakers passen sie nicht, außer man nimmt die Schuhe eine Größe größer als normal. Trägt man sie, weil man eine Frostbeule ist, im Bett, erfüllen sie ihren Zweck über und man kommt sich im Nu vor, wie die Zentralheizung fürs Mehrfamilienhaus.

Das war meine Idee vom Stricken.
Dann kam der Mai, eine Schwangerschaft und meine Fotofreundin, die mir unheimlich süße Fotos von kleinen Zwergen mit Mützen zeigte. :love: ein Bild und eine Mütze niedlicher als das Andere! Und eine Feststellung: Stricken kann sicher gar nicht so schwer sein. Und Omamotive sind von gestern – Stricken hat auch eine Moderne erlebt *juchu*.
Man muss zudem nicht olle Pullis und fette Socken stricken, sondern, den Bildern nach zu urteilen, gibt es da draußen ganz viel süße Strickmuster und knuffig weiche Wolle.

Also bin ich los gezogen und habe mir Wolle und Nadeln gekauft. Voll aus dem Blauen heraus. Anschlagen, Maschen, Umschlag – Fremdwörter. Darum gab es noch ein Buch dazu.
Die nächsten Abende habe ich also damit zugebracht mir Stricken beizubringen und dabei nicht neue Wanddeko zu entwerfen, denn ein paar Mal hätte ich das Buch mit samt Nadeln gegen die Wand feuern können. Sollte ich wirklich zu doof zum Stricken sein?
Nachdem ich so frustriert von der Anleitung im Buch war (es war Deutsch, das konnte ich sehen, nur irgendwie sind aus deren Anweisung bei mir Knoten in den Fingern entstanden und nicht Maschen auf den Nadeln), habe ich dann das liebe Internet befragt. Und wurde sogleich mit Videos belohnt.
Und eine Vorlesung später klappte auch das Stricken 😀

Seitdem sind 4 Monate vergangen, alles weitere habe ich mir anhand von Strickanleitungen selbst erlernt -learning by doing sozusagen.
Nachdem die Schwangerschaft offziell war, konnte ich auch meiner Mama erzählen, dass ich stricken kann. Hatten sie und meine Oma sich an mir doch die Zähne ausgebissen, als sie mir in Kindestagen die Kunst des Strickens und Häkelns beibringen wollten.
Da die Grundlagen schon saßen, musste sie mir nur noch ein paar Details beibringen und wir konnten uns zügig über schöne Seiten mit kostenlosen Strickanleitungen im Internet unterhalten.

Auch Wollläden, leider nur im Internet, habe ich jede Menge gefunden. Die Wolle, die ich bis jetzt bestellt habe, war jedesmal weich, kuschelig und in einer Vielzahl von angenehmen Farben. Kein Neongrün, keine Wolle, die schon in den Augen kratzt. Alles super weiche und vor allem schöne Wolle. Mittlerweile habe ich zwei I.KEA Kisten voll mit Strickmaterial. Tendenz steigend.

Auch habe ich durch viel Recherche im Netz so tolle und schöne Stickmuster gefunden, nicht nur für Babys und Kinder, auch für mich, dass sich schon eine richtige Warteliste an Strickwerken ergeben hat. Sachen, die tatsächlich wie in dieser Saison gekauft aussehen würden. Strickjacken, Oberteile und jede Menge Accessoires mit denen man sicher eine gut besuchte Boutique aufmachen könnte.

Socken würde ich mir nach wie vor nicht stricken, aber es gibt so schöne Wollfarben (kein neongrün!), dass ich mir vorstellen könnte auf diese süßen Babysocken angesprochen zu werden.

Selbstgestrickt.

Auf dieses Wort freue ich mich schon!

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One Response to Wie ich zum Stricken kam …

  1. DIE Mama! says:

    Ich habe Dich auch “eingestrickt” und es war immer sehr schick – auch wenn du dich daran nicht mehr erinnern kannst …

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