Erfahrungsbericht Stoffmarkt Holland

Am Wochenende war es wieder so weit, der Stoffmarkt Holland war hier!

Ausbeute des Stoffmarktes in Potsdam, Herbst 2011/1

Dies war nun mein dritter Stoffmarkt, zweimal war ich bereits in Hamburg unterwegs mit meiner Mama und nun dieses WE in Potsdam. Da ich auch in diversen Foren immer wieder über Fragen nach Erfahrungen mit dem Stoffmarkt stoplere, hier ein ganz persönlicher Bericht zu meinen gemachten Erfahrungen in Hamburg und Potsdam:
Der Stoffmarkt in Hamburg findet auf dem Alsterdorfer Markt statt. rund um die kleine Einkaufspassage und die Cafes stellen dann die Händler ihre Zelte dort auf. Es war jedes Mal ein mega Ansturm. Am besten verzichtet man auf den privaten PKW und nutzt das öffentliche Straßenverkehrsangebot Hamburgs. Einen Parkplatz am Alsterdorfer Markt zu ergattern ist fast unmöglich und kostet den Begleiter und Fahrer/in nur unnötige Nerven. Am Alsterdorfer Markt befindet sich eine kleine Einkaufsmöglichkeit mit Supermarkt, Bäcker und diversen Cafés bzw. Imbisse. Eben dieser Punkt macht den Alsterdorfer Markt auch etwas unattraktiv, denn der Stoffmarkt ist in Hamburg meist Samstag – die Geschäfte sind entsprechend geöffnet – die Kundschaft dieser Geschäfte “schwirrt” also zusätzlich zu den Stoffsüchtigen mit über den Markt. Gleichfalls negativ ist die verwinkelte Anordnung der Stände und die engen Gassen zwischen den einzelnen Ständen. Trotzdem sind die Händler in einer Vielzahl vertreten und die Cafés sind sicherlich ein guter Ort für eventuelle Begleiter sich die Zeit zu vertreiben.

In Potsdam ist der Stoffmarkt in der Nähe des Hauptbahnhofs auf einem freien Platz hinter dem Hotel Mercure. Die Händler haben dort weitaus mehr Platz, es sind keine Geschäfte in unmittelbarer Nähe. Parkmöglichkeiten gibt es am Hotel Mercure oder im Parkhaus des Hauptbahnhofes. Beide sind kostenpflichtig. Der Markt ist, wie schon erwähnt großzügiger aufgebaut, die Gassen zwischen den Ständen breiter. Generell hat man mehr Platz und schiebt sich nicht mit der Masse voran. Auch Mamas mit Kinderwagen können hier durch die Gassen fahren ohne dabei ständig betreten schuldbewusst um Verzeihung und mehr Platz zu bitten.

Zu beiden Stoffmärkten ist zu sagen: frühes kommen sorgt für ein entspanntes Bummeln und Schauen. Stoffe gibt es auch um 15 Uhr noch, viele Händler haben ein ähnliches Angebot und (fast) gleiche Preise, dennoch füllt sich der Markt mit der verstrichenen Zeit, die der Markt läuft.
Ich empfand es bei beiden Stoffmärkten entspannter ohne die Punkt  zu shoppen. In Hamburg wegen des Gedränges. In beiden Städten wegen dem “bleib hier, nein, nicht weglaufen, warte kurz, Mama ist gleich so weit, wir wollen nur noch schnell dort gucken, fass dies bitte nicht an, zieh daran bitte nicht und das ist nix für dich!” Sicherlich habe ich hier viel Glück, dass wir es bis jetzt jedes mal so organisieren konnten, dass entweder der Papa oder der Opa die Punkt in dieser Zeit unterhalten haben und mein Hobby auf so viel Unterstützung und Zuspruch bei allen Beteiligten stößt. Aber es ist sicher auch besser so, denn selbst mein kugelrunder Babybauch schien so manchem so im Weg zu sein, das Rücksicht kaum möglich war und trotz vorhandenem Platz geschubst und gedrängt wurde.

Das Angebot ist so vielfältig wie die Schnittmuster die es gibt, so farbenfroh wie ein Regenbogen und fast eigentlich alle Bereiche die irgendwie mit Stoff zu tun haben ab (auch der nächste Gardinenstoff kann hier erstanden werden) – ein kleines Budget sollte auf jeden Fall vorhanden sein, auch wenn man gut daran tut sich vorher schon einmal mit den nächsten Projekten auseinander zu setzen, damit man nicht von der Vielfalt erschlagen ist und an den benötigten Stoffen schlichtweg vorbei kauft.
Preislich kann man etwas sparen, “Markenstoffe” bzw. “Designerstoffe” sind etwa zwei bis drei Euro günstiger als online, Versandkosten spart man ebenfalls (und außer es ist eine lange Anreise nötig, kann das auf die Menge der gekauften Stoffe schon einen Unterschied von mehreren Metern Stoff machen). Am Ende der Sommersaison sind zudem Sommerstoffe, wie Baumwollwebarten, günstiger zu erstehen. Hinzu kommt eine riesige Auswahl an Farben, Mustern und Qualitäten.
Und wer dann noch Deko und Klimberchenkrams, Garn und Verschlüsse, Henkel, Borden und Aufnäher benötigt, auch der wird auf dem Stoffmarkt gleich fündig.

Es ist also fast unmöglich mit einer Einkaufsliste anzutanzen und nur diese abzuarbeiten, die Vielfalt verleitet einfach hier und da noch etwas mehr mitzunehmen, die Kreativität im Kopf, die Möglichkeiten, die sich beim Ansehen der Stoffe eröffnen sind unendlich. Ein Kaufrausch fast unvermeidbar. Man tut gut daran sich ein Budgetlimit zu setzen oder jemanden mit einem objektiven Blick dabei zu haben.

Viele Händler sehen am liebsten Bargeld als Zahlungsmethode, einige akzeptieren auch EC Karten. Mit meiner Visa Karte hatte ich ganz schlechte Karten, wenn gleich bei diversen Händlern auch dieses Zeichen auf den Aushängen stand. Da war wohl jemand beim Ausdrucken etwas übereifrig bei den Zahlungsmöglichkeiten. Nun ja.

Ich finde die Stoffmärkte einen Besuch wert. Für mich persönlich finde ich den Stoffmarkt sogar attraktiver als jeden Online-Händler (einige sind auch vor Ort gewesen und sehr freundlich, zum Beispiel Kleinkariert), da ich die Qualitäten anfassen und in Ruhe anschauen kann. Auch verschiedene Farbtöne kann ich so gleich aufeinander abstimmen und muss mich nicht am heimischen Monitor mit farbstichigen Bildern von Stoffen rumärgern oder schätzen, wie groß das Muster wohl am Ende wirklich ist. Wenn gleich ich sonst eher ein Internet-bestell-Junkie bin, Stoff kauft es sich am besten aus der Hand des Händlers direkt

Advertisements
This entry was posted in DIY and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s